Kapitel 4

„Hinterher!“, rief Paul, „wir müssen ihnen auf den Fersen bleiben.“ „Reicht es nicht, wenn du dem Schneiderlein allein nachhetzt und mich dann hier bei der Schneiderwerkstatt abholst, wenn du Zwitschi gefunden hast?“, fragte Willy hoffnungsvoll. „vergiss es!“, war das Einzige, was Paul zu diesem Vorschlag einfiel. Und dann jagten die beiden dem tapferen Schneiderlein gemeinsam hinterher. Im Dorngesträuch hatte sich ein Vöglein verfangen. Der Schneider machte es los und entließ es in die Freiheit. „Den braucht er nicht mehr. Er hat ja schon blau gefiederten Ersatz in der Tasche“, flüsterte Willy und Paul seufzte laut: „Ich hab’s doch gewusst! Der bringt uns noch in Teufels Küche.“ „Hä, hu, wieso gerade dorthin?“, fragte Willy. Paul brach der Schweiß aus. Wo war er da hineingeraten.

Als sich der Schneider unter einem Weidenbaum ausruhte und döste, machten sich die beiden Käuzchen an seiner Tasche zu schaffen. „Danke, dass ihr mich befreit habt. Ich dachte nicht, dass ich das jemals sagen würde, aber hier drin riecht es schlimmer als in Puhs Schuhschrank“, hauchte Zwitschi erleichtert. „Von Befreiung ist nicht die Rede, nur von Belüftung. Du bleibst schön in der Tasche. Du ersetzt nämlich den Vogel, den der Schneider im Kampf mit dem Riesen fliegen lässt.“ „Ich soll also für diesen faulen Flattermann einspringen, Das ist doch nicht euer Ernst!“, beklagte sich Zwitschi. „Und ob, wir dürfen keines der Märchen verändern. Der Schneider hat das Vöglein zwar aus dem Gesträuch befreit, aber nicht mitgenommen. Er hatte ja dich“, erklärte Paul. „Na prima! Und ich dachte schon, die zwei Fliegen, die mit dem Musbrot durchgerutscht sind, waren genug des Schlechten für heute. Jetzt erwartet ihr von mir auch noch, dass ich bei diesem Stinkekäse hocken bleibe und mit dem da gegen einen Riesen kämpfe“, beklagte sich Zwitschi. „Immerhin bist du bestens vorbereitet. Die Fliegen von vorhin hatten viele gute Proteine, also war dein Snack die perfekte Sportlernahrung für die kommende Aufgabe“, versuchte Paul ihn aufzumuntern. „Ich fürchte, ich kann nicht an den Start gehen, der Käse raubt mir die Sinne“, beschwerte sich der kleine Vogel. „Gib Ruhe und reiß dich zusammen! Es geht gleich los. Ich höre schon den Riesen kommen“, flüsterte Willy und verschloss die Tasche wieder. Das entlockte Zwitschi ein: „Verflixt und zugefedert noch mal! Wartet bis wir wieder zu Hause sind, dann verstecke ich jedem von euch einen Harzer Roller unter der Matratze. Das ist ein Racheschwur!“ Paul und Willy bekamen von Zwitschis Gezeter nichts mit, denn sie hatten sich flugs in die Äste der Weide verzogen.